D o s s i e r   1 : 
                " T R Ä N E N G A S " 
                 
                
                   
                    |  
                       I n h a l t s 
                        v e r z e i c h n i s 
                         
                     | 
                   
                 
               
             | 
           
         
        
         
        >> Abschussgeräte 
          für "Tränengas"-Granaten 
           
          Tränengaswerfer TW 73 (neuere Bezeichnung: 
          Mehrzweckwerfer / MZW): Schweizer Entwicklung, hergestellt aus 
          dem Holzschaft der alten Militärkarabiner. Entwickelt ursprünglich 
          gegen die Anti-AKW-Bewegung anlässlich der Geländebesetzungen. 
          Schweizweit in allen Polizeikorps im Einsatz. Laut Polizeiangaben Länge 
          80 cm, Gewicht 5 kg, 6-10 Schüsse pro Minute. 
          Nach Polizeiangaben für "Tränengaspetarden" Reichweite 
          80 - ca. 180 m (160 m mit den älteren Granaten, siehe anschliessend). 
          Die Entfernung wird an einem Drehring eingestellt, der einen Teil 
          der Treibgase entweichen lässt und so für kürzere Schussdistanzen 
          sorgt. 
           
        
           
             
                
                Als 
                sie noch aussahen wie verschupfte Automechaniker-Lehrlinge: 
                Grenadier mit TW 73 (Bild: rozsa@photoscene.ch) 
                  
             | 
           
         
        >> "Tränengas"-Granaten-Typen 
          für TW 73: Bis in die 90er-Jahren wurden in Zürich "Petarden" 
          mit jeweils 3 "Schwelkörpern" verwendet (im Polizeijargon 
          "Frösche" genannt). Seit Mitte der 90er kommen modernere 
          Granaten mit je 7 "Schwelkörpern" zum Einsatz. Da 
          diese zudem bessere aerodynamische Eigenschaften aufweisen, konnte überdies 
          die maximale Reichweite von vorher 140-160 m auf neu ca. 180 
          m verbessert werden. Über die in den Granaten rsp. "Schwelkörpern" 
          enthaltenen Mengen von CS rsp. CN schweigt sich die Polizei aus. 
          Als Treibladung werden dieselben geschosslosen Treibpatronen 
          verwendet wie für die aufmontierbaren Panzerabwehr-Granaten 
          beim Armee-Sturmgewehr (meist silbern aus Aluminium). 
          Flachschüsse mit "Tränengaspetarden" sind 
          laut Dienstanweisung eigentlich verboten, kommen aber praktisch 
          immer mal wieder vor und ergaben u.a. schon üble Kopfverletzungen. 
           
          >> Zumindest die Genfer Polizei 
          hat teilweise auch ein moderneres Werfer-Modell im Einsatz, wie 
          folgende Auschnittsvergrösserung zeigt (aufgenommen 
          an der WEF-Demo, Landquart 25.1.03): 
         
        
        Es handelt sich 
          dabei um das Modell ARWEN 37 des englischen Herstellers Royal 
          Ordnance (eine 100%ige Tochterfirma von British Aerospace). Die 
          Waffe wird auch in Kanada unter Lizenz von der Firma Police 
          Ordnance hergestellt. Möglicherweise kommt bei der Genfer Polizei 
          auch das Modell ARWEN 37T (T = tactical) zum Einsatz, das gegenüber 
          dem Standardmodell einen verkürzten Lauf aufweist. 
          Halbautomatische Waffe (mit automatischem Hülsenauswurf), 
          ursprünglich konstruiert als "normaler" Granatwerfer. 
          Typisches Merkmal ist die 5-schüssige, federgetriebene offene 
          Trommel, die laut Herstellerangaben 
          5 Schüsse in 4 Sekunden ermöglicht. 
           
           >> Angeboten 
          werden dafür insgesamt 9 verschiedene Munitionstypen, 
          nebst Tränengas-Granaten (4 x 4 g CS, Brenndauer 10 Sekunden, 
          nebelt laut Herstellerangaben 78 m2 ein, siehe Bild) auch 
          3 Versionen der v.a. aus dem Irland-Konflikt berüchtigten 
          Plastikgeschosse (eines davon mit zusätzlich 2 g CS) sowie 
          "barrikadenbrechende" Plastikgeschosse mit zusätzlich 
          5 g CS. Über welche Munitionstypen die Genfer Polizei genau verfügt, 
          ist PigBrother z.Z. nicht bekannt. 
          Laut securityarms.com 
          haben Waffe und Munition weltweit nicht den besten Ruf, da es infolge 
          von häufigen Funktionsstörungen immer wieder nicht 
          nur zu Todesfällen von DemonstrantInnen, sondern auch zu 
          schweren Verletzungen der Schützen komme, die Waffe werde 
          deshalb vielerorts wieder ausgemustert. 
           
        
        (Zumindest offiziell 
          hat die Bezeichnung der Waffe übrigens nichts zu tun mit 
          der gleichnamigen Figur aus "Herr der Ringe", der Name sei 
          vielmehr abgeleitet von Anti Riot Weapon Enfield, 
          Kaliber 37. Auch die Beamten sehen bestimmt nur 
          rein zufällig so aus wie Darth 
          Vaders Sturmtruppen aus "Krieg der Sterne" ...) 
           
          >> Tragbare "Tränengas"-Sprühgeräte 
           
          Umgebaute Flammenwerfer 40: Seit den 68er-Unruhen rsp. Anti-AKW-Protesten/Geländebesetzungen 
          der 70er-Jahre verfügen verschiedene schweizer Polizeikorps über 
          umgebaute Flammenwerfer ursprünglich aus dem Jahre 1940 
           (kein Witz! vgl. Votum von Rolf Urech in 
          pdf-Ratsdebatte). 
           
          Wurden anlässlich der Startbahn-West-Proteste in der BRD auch schon 
          an die deutsche Polizei ausgeliehen. 
           
        
           
             
                
                Vorne 
                links: Beamter mit umgebautem Flammenwerfer 
                40 
                (Bild: rozsa@photoscene.ch) 
                 
             | 
           
         
        Diese umgebauten 
          Flammenwerfer sind z.T. auch heute noch im Einsatz, z.B. bei der Kapo 
          Aargau. Sie versprühen ein CN-Wasser-Gemisch ähnlich 
          wie bei den "Wasserwerfern", wahrscheinlich theoretisch 
          0,5% CN (kann in der Praxis wie bei den "Wasserwerfern" 
          beträchtlich schwanken).  
           
          >> Mittlerweile 
          haben diverse Polizeikorps aufgerüstet: 
           
          Reizstoffwerfer 99 (RW 99): Unten 2 modernere, aktuell u.a. von 
          der zürcher Stapo verwendete "Gaswerfer", wie die 
          Geräte im Polizeijargon genannt werden. 
          Links das definitive serienmässige Modell, rechts ein Prototyp: 
            
        
           
             
                
                Bild: PigBrother 
             | 
             
              
             | 
           
         
        Nebst obigem Standardmodell 
          gibts auch eine Version mit kurzer Sprühlanze im MP-Look 
          (siehe Bild unten rechts): 
           
        
           
              | 
           
           
            Berner 
              Beamter mit kurzem Tornister-CN-Sprühgerät  anzufassen 
              nur mit dicken Gummihandschuhen! 
              (Allpack-Demo Basel 
              2.12.03 
              Bild: Klaus Rozsa, photoscene.ch) | 
           
         
        Die Stapo Zürich 
          verfügt über 12 solche Geräte + Zubehör. 
          Die Kapo Aargau verfügt über 4 Geräte, 
          eine Anschaffung von weiteren 8 wurde am 15.1.2002 abgelehnt. 
          Ebenfalls schon mit RW 99 fotografiert wurden Berner und Thurgauer 
          PolizistInnen. 
          Höchstwahrscheinlich verfügen noch weitere Polizeikorps über 
          dieses modernere Modell. 
           
          Hersteller ist eine ungenannte "Firma in Norddeutschland", 
          entwickelt wurde das Gerät in Zusammenarbeit mit der schweiz. 
          Polizeitechnischen Kommission (SPTK). Die weltweiten Vertiebsrechte 
          hat die Firma IDC System AG, CH-8807 Freienbach, welche auch die verschiedenen 
          Polizeikorps beliefert. (Firma verbandelt 
          (>> Impressum) mit IDC CHEMIE Handels GmbH, 
          D-88046 Friedrichshafen. Beide Firmen vertreiben/stellen auch Pfeffersprays 
          her.) 
          Die Kosten pro "Reizstoffwerfer 99" betragen Fr. 
          11'800.- einschliesslich MwSt, plus Zubehör (Ersatzbehälter 
          usw.) Fr. 4300.- pro Gerät. 
          (vgl Antwort 
          Interpellation Anita Zimmerling Enkelmann) 
           
          Zum Einsatz kommt ein CN-Wasser-Gemisch von  theoretisch 0,5% 
          CN (kann in der Praxis allerdings  wie auch bei den "Wasserwerfern" 
           beträchtlich schwanken). 
           
          Auf den Fotos ist deutlich sichtbar, dass die Geräte jeweils (vom 
          Träger aus gesehen) links über eine kleinere Druckflasche 
          verfügen, sowie über einen grösseren Kanister, 
          der das CN-Gemisch enthält. 
           
          Gemäss Pflichtenheft der SPTK wird das Gerät erst 
          ab 5 Meter eingesetzt. Die maximale Reichweite beträgt 
          20-30 m, das Gemisch (meist in Schaumform) brennt sogleich 
          auf der Haut und kann  wird es nicht schnell genug abgewaschen 
           zu üblen Verätzungen 
          führen. 
          >> Oft wird berichtet, dass die Polizei die Geräte gerne 
          auch über kurze bis sehr Distanzen einsetzt sowie im (laut 
          Polizeirichtlinien verbotenen) Direktbeschuss (auch in 
          Kesseln). 
          >> Es gibt zudem (allerdings widersprüchliche) Meldungen, 
          wonach die abgebildeten Tornister beim Tod 
          von Edo Parodi eine Rolle gespielt haben könnten. 
           
          --> Als kleiner "Trost" für Opfer dieser im Kriegsfall 
          ebenfalls laut Genfer Konvention 
          verbotenen Waffe: Auch die sie einsetzenden BeamtInnen kriegen 
          nach vielen übereinstimmenden Berichten (u.a. 
          Kommentare auf indymedia) 
          jeweils selber gut was ab - nicht nur, wenn der Wind aus der "falschen" 
          Richtung bläst. (Vgl. in diesem Zusammenhang auch die Meldung, 
          wonach auch schon mindestens ein übel verätzter Beamter 
          ins zürcher Unispital eingeliefert 
          wurde.) Gemäss dem Buch von Patrik Hasler "2 Jahre Polizei 
          sind genug" (mehr dazu demnächst) neigen zumindest 
          die älteren Flammen-, Pardon, "Gaswerfer" ausserdem 
          zu undichten Ventilen, worauf dem betreffenden Beamten jeweils 
          ein Teil der Sosse den Rücken hinunter läuft (S. 38). 
           
          >> Beim WEF 2003 wurden zudem am 25.1.03 
          in Fideris und Landquart Darth Vaders Genfer 
          Sturmtruppen mit roten und grünen Rückentornistern 
          fotografiert (auch sonst seien diese schon beobachtet worden): 
           
        
        Dabei handelt es 
          sich jedoch um Feuerlöscher, wie ein welscher 
          Indymedia berichtete  bei den mittleren roten auch deutlich 
          erkennbar anhand der Etikette. In den grünen hat es wahrscheinlich 
          ein besonderes Mittel drin  zum Löschen von brennenden Personen 
          oder Chemikalien.  
          (Die meisten 
          Deutschschweizer hatten pauschal auf "Gaswerfer" getippt, 
          doch diese >> sehen anders aus)  
          Mal abgesehen davon, dass  ebenfalls ein beliebtes Hollywood-Sujet 
           auch ein Feuerlöscher als Waffe gegen Personen eingesetzt 
          werden kann: Wahrscheinlich handelt es sich eher um eine Reaktion 
          auf eine Anti-WTO-Demo in Genf noch Mitte der 90er-Jahre, an der 
          Demonstrierende Molotow-Cocktails zum Einsatz brachten. (Falls 
          Du Genaueres weisst, bitte Mail an pigbrother@ssi-media.com. 
          Danke.) 
            
         
            
          Zürich 1980-82: 
          Zum x-ten Mal wird das AJZ "eingegast"  
         
           
          G r u p p e   G a s  
          der Vereinigung unabhängiger 
          ÄrztInnen der Region Zürich: 
            
           G A S R E P O R T 
        1. 
          Einleitung 
           
          Der massive Einsatz von Tränengas gegen die Jugendbewegung in Zürich 
          seit dem Sommer 1980 hat auch uns physisch getroffen, obwohl wir nicht 
          mehr jugendlich sind. Als Aerzte sind wir mit den klinischen Folgen 
          nach Tränengaseinsätzen bei Demonstranten, Polizisten, Gaffern 
          und anderen Anwesenden konfrontiert worden. Diese Konfrontationen haben 
          Fragen aufgeworfen: Medizinische, welche Stoffe haben diese toxischen 
          Schäden verursacht, wie kann ich diese Schäden behandeln, 
          wie ist der Verlauf und welche Spätfolgen sind zu erwarten, und 
          nicht zuletzt, wie können wir uns davor schützen. Im Laufe 
          der Zeit und mit wachsendem Unbehagen kamen politische Fragen hinzu: 
          Wer übernimmt die Verantwortung für den Einsatz dieser chemischen 
          Stoffe, etwa der Polizeivorstand Hans Frick oder der wissenschaftliche 
          Dienst der Zürcher Stadtpolizei, dessen stellvertretender Leiter 
          Max Hubmann seit Gösgen zu Gasfragen immer wieder in den Medien 
          Stellung nimmt. Uns befremden die öffentlichen Erklärungen 
          von Polizeidirektor Frick, wonach Tränengas ein besonders verhältnismässiges 
          und humanes Mittel gegen Demonstranten sei. (TA 29.1.1981). Noch mehr 
          lassen die Aussagen von Herrn Hubmann aufhorchen, als er bezüglich 
          des Tränengaszwischenfalls von Uster meinte, es sei bis heute nicht 
          bekannt, dass derart schwere Folgen entstehen könnten (TA 
          vom 22.10.1980: 1977 zündete ein Offizier der Schweizer Armee eine 
          Tränengaspatrone, die er hatte mitlaufen lassen, in einem engen 
          Korridor. Ein Feuerwehrmann erlitt eine schwere Tränengasvergiftung. 
          Dieser Mann musste mehrere Wochen im Spital bleiben. Die Aerzte diagnostizierten 
          ein Lungenoedem, eine Lungenentzündung, eine Herzschwäche 
          sowie Störungen des Nervensystems, der Leber und des Darms). 
           
          Herrn Hubmann und seinen Vorgesetzten sind diese Tränengaswirkungen 
          vielleicht nicht bekannt. Offenbar verfügen unsere Polizeiverantwortlichen 
          über andere Referenzen als wir oder haben keinen Zugang zur medizinischen 
          Literatur. Oder ist es Ignoranz oder bewusste Naivität? Denn die 
          medizinische Literatur beschreibt bedenkliche Schäden wie auch 
          Todesfälle nach Tränengaseinsätzen. Die Fälle, die 
          wir zu behandeln hatten, waren leichteren Grades (Verbrennungen 1. und 
          2. Grades, Störungen wie Benommenheit, Kopfschmerzen, Uebelkeit) 
          Trotzdem müssen wir unsere Bedenken anmelden, einerseits weil Tränengas 
          sehr gefährliche Schäden anrichten kann und andererseits weil 
          diese Schäden durch staatliche Gewalt zustandegekommen sind. Auch 
          diese leichteren Schäden werfen grundsätzlich die Frage nach 
          der Verhältnismässigkeit auf. Mit der Zeit fanden wir, dass 
          unsere aerztliche Hilfsbereitschaft überstrapaziert wird und wir 
          fühlten uns als unwillkürliche Mitarbeiter einer entwürdigenden 
          Politik, was nicht mehr viel mit Medizin zu tun hat.  
        Bevor wir durch 
          Gewöhnung an die Tränengaseinsätze völlig abgestumpft 
          sind, fühlen wir uns verpflichtet, die uns zugänglichen Informationen 
          über Tränengase und ihre Wirkungen einer breiteren Oeffentlichkeit 
          vorzulegen. Wir meinen, dass eine medizinisch-toxikologische Information 
          über die in Zürich verwendeten Tränengase (Chloracetophenon, 
          CN und Chlorbenzylidenmalonitril, CS) ein notwendiger Beitrag zur Diskussion 
          über die Verhältnismässigkeit ihrer Anwendung darstellt. 
           
          Wir sind eine Gruppe von in verschiedenen Fachbereichen tätigen 
          Aerzten. Wir stellen zuerst die chemisch-toxikologische Fachliteratur 
          vor, die Auskunft gibt über die chemischen Grundlagen und die Schadwirkungen 
          der Tränengase. Den angrenzenden Bereich der experimentellen Forschung 
          haben wir kaum berücksichtigt, da es sich meist um Arbeiten aus 
          paramilitärischen Instituten handelt. Die Fragestellungen dieser 
          Institute sind engstirnig und die Resultate der Experimente laufen immer 
          auf das gleiche hinaus (nämlich, dass der Gasgebrauch zu empfehlen 
          ist bei Berücksichtigung der Gebrauchsanweisungen). 
           
          Wir werden versuchen, diese Literatur so wissenschaftlich wie möglich 
          zu behandeln. Dies ist schwierig, weil in der wissenschaftlichen Literatur 
          über Tränengase entgegengesetzte Interessen zum Ausdruck kommen. 
          Wir denken da zum Beispiel an einen Professor der Pathologie, der einen 
          Fall eines Tränengastodes diagnostiziert und publiziert hat. Im 
          nachfolgenden Prozess soll das Opfer nun plötzlich auf Grund einer 
          Zeugenaussage, erwürgt worden sein! (35) 
           
          Die abschliessenden Daten über Tränengase im Völkerrecht 
          sind rudimentär. Es ist zu hoffen, dass kompetentere Leute diesen 
          Aspekt weiter ausarbeiten. 
            
          
          Links: Beamter mit 
          umgebautem Flammenwerfer 40   
           
        
           
            | 2. Tränengase 
              = Reizkampfstoffe | 
              | 
           
         
        Die nicht sehr ergiebige 
          Suche nach einschlägiger Literatur und konkreten Anwendungsrichtlinien 
          für Tränengaseinsätze überrascht in Anbetracht des 
          häufigen und nicht gerade zimperlichen Einsatzes dieser Gifte in 
          den letzten Jahren. Lassen sich im angelsächsischen Raum, wo der 
          neue Tränengasboom auch begründet wurde, wenigstens noch einige 
          Arbeiten über diesen Polizeikampfstoff finden, herrscht in der 
          Schweiz, in der Tränengase sicher seit Gösgen 1977 zum (polizeilichen) 
          Alltag gehören, das grosse wissenschaftliche Schweigen. In einer 
          Stellungsnahrne des toxikologischen Instituts der ETH und der Uni Zürich 
          vom Sommer 1980 wird freimütig bekannt: "Da wir diese Instruktionen 
          (des Polizeipersonals) nicht kennnen und bisher auch nie in dieser Sache 
          von den Behörden um Rat gefragt wurden, können wir über 
          die bei den Einsätzen im Juni 1980 in Zürich verwendeten Tränengasprodukte 
          und die folgenden Expositionen keine Stellungnahme abgeben." Und weiter: 
          "Es ist anzunehmen, dass solche Untersuchungen (über Tränengaskonzentrationen 
          unter Feldbedingungen) von der Polizei, von militärischen Stellen 
          oder von den Herstellern durchgeführt worden sind." (1) 
           
          Aktiv befasst mit diesen Gasen haben sich insbesondere die Engländer, 
          die in den 50iger Jahren mit der Produktion eines neuen Tränengases 
          (CS) begannen und auch umfangreiche Studien anstellten. Studien, die 
          nach gängigen wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt wurden. 
          Diese Versuche wurden durchgeführt an gesunden Versuchspersonen 
          und mit Tieren. 
           
          Diese Studien sind gekennzeichnet von Armeestellen und mit Namen, die 
          immer wieder auftauchen, wie Bryan Ballantyne /Senior Medical Officer), 
          den praktisch die gesamte Fachliteratur immer wieder zitiert (2, 
          3), oder F. W. Beswick (3, 
          4) (Principal Medical Officer) 
          und P. Holland (4), 
          alle drei von der Medical Division des Chemical Defence Establishments 
          von Grossbritannien. 
           
          In den 60iger Jahren und später häuften sich dann Studien 
          vor allem aus den USA, die über die Gefährlichkeit der Tränengase 
          berichten. Verfasser dieser Arbeiten waren Chemiker, Mediziner und Pharmakologen 
          von Universitäten. 
            
        
           
            | a) 
              Historischer Ueberblick  | 
             
               
             | 
           
         
         Der 
          Einsatz von chemischen Kampfstoffen ist keine Erfindung der Zürcher 
          Staats- und Ruheschützer anno 1980. Sie sind schon seit dem Altertum 
          bekannt und wurden regelmassig eingesetzt: In Form von Pfeilgiften, 
          Brunnenvergiftungen, Rauch zur Vertreibung von lästigem Getier 
          und im Jahre 428 vor Christus soll im Kriege zwischen Athenern und Spartanern 
          unter anderem Pech-, Wachs- und Schwefeldämpfe verwendet worden 
          sein. 
           
          Der erste massive Einsatz von chemischen Kampfstoffen findet während 
          des 1. Weltkrieges statt. Die Entwicklung geht von Reizkampfstoffen, 
          die den Gegner zwingen, die Gasmaske anzuziehen und die somit seine 
          Leistungsfähigkeit beeinträchtigen zu den flüssigen Hautgiften. 
          Das erste dieser Hautgifte war das Senfgas. Ebenso verändert sich 
          die Einsatztechnik. Anfänglich wurden die Gase, die in Flaschen 
          gehalten wurden, durch den Wind verbreitet. Später wurden Granaten 
          und Gaswerfer entwickelt. 1935 warfen die Italiener in Abessinien die 
          Gifte aus Flugzeugen ab. 
           
          Das Tränengas CN (Chloracetophenon) wurde 1871 von einem deutschen 
          Chemiker hergestellt. Die Amerikaner wollten dieses Gas während 
          des ersten Weltkrieges noch einsetzen, der Krieg war aber zu Ende, bevor 
          mit der Produktion begonnen werden konnte. Ueberhaupt wurden die eigentlichen 
          Tränengase für Kriegszwecke immer unattraktiver durch die 
          Einführung besserer Gasmasken und die Ablösung durch wirkungsvollere 
          Kampfstoffe. Das CS (Chlorbenzylidenmalodinitril) synthetisierten 1928 
          zwei Engländer, eingesetzt wurde es erstmals in den 50iger Jahren. 
          CS hat ein entscheidender Vorteil im Gegensatz zum CN, sein Schmelzpunkt 
          liegt höher. Die Engländer brauchten ein Tränengas zur 
          Zeit der Unabhängigkeitskämpfe in ihren Kolonien. Dabei war 
          der Schmelzpunkt von 58° beim CN etwas tief. Der erste grössere 
          Einsatz des CS war der Zypernkonflikt. 
           
          Am 17. Juni 1925 unterzeichneten 44 Staaten das Genfer 
          Protokoll, welches den Einsatz von chemischen Waffen in irgendeiner 
          Form verbot. Trotz diesem Protokoll gingen die Forschungen nach wirkungsvollen 
          chemischen Kampfstoffen weiter. Gase wurden auf Kriegsschauplätzen 
          immer wieder eingesetzt (1935/36 in Abessinien, 1937/45 im japanisch-chinesischen 
          Krieg, 1963/67 in Jemen, während vieler Jahre in Vietnam, in den 
          60iger Jahren in Nordirland, im Zypernkonflikt). Tränengas im besonderen 
          kam immer mehr zum Einsatz bei zivilen und innerstaatlichen Auseinandersetzungen 
          seit 1968, im weiteren auch zur Verbrechensbekämpfung und nicht 
          zuletzt zur Ausbildung von Truppen im Gaskrieg. (6) 
           
           
        
           
            | b) Einteilung 
              der Kampfgase  | 
              | 
           
         
        Die chemischen Kampfstoffe 
          lassen sich verschiedenartig einteilen. Am sinnvollsten ist wohl die 
          Einteilung gemäss ihrer Wirkung. (7) 
         
        
           
            |  
               -reizerregende 
                Kampfstoffe (Reizkampfstoffe)  
              -psychotoxische 
                Kampfstoffe  
              -hautschädigende 
                Kampfstoffe  
              -lungenschädigende 
                Kampfstoffe  
              -allgemeingiftige 
                Kampfstoffe  
              -nervenschädigende 
                Kampfstoffe 
             | 
           
         
        Tränengase 
          werden zu den Reizkampfstoffen gezählt. Bereits die im ersten Weltkrieg 
          eingesetzten Stoffe wurden in einfache Tränengase (simple lacrimators) 
          und giftige Tränengase (toxic lacrimators) eingeteilt, weil bei 
          allen Tränengasen die tränenerzeugende Wirkung die offensichtlichste 
          war, die giftigen Tränengase aber zusätzlich noch Haut- und 
          Lungenschädigungen verursachen. Das CN wurde zu den einfachen Tränengasen 
          gezählt. Diese Zuordnung ist aber sicher nicht richtig, denn auch 
          mit CN sind Lungenschäden mit teils tödlichem Ausgang beschrieben 
          worden. 
           
          Die Befürworter des Einsatzes von Tränengasen behaupten dass 
          die folgenden Eigenschaften dieser Gase diese zu humanen und harmlosen 
          Polizeikampfstoffen machen: 
           
          -grosse Wirkung selbst bei kleinen Konzentrationen 
          -rascher Wirkungseintritt 
          -sichere Anwendung d.h. Nichtauftreten von körperlichen Schäden 
          oder gar Todesfällen 
           
          Wir möchten im folgenden nun zeigen, dass Tränengase gar nicht 
          so harmlos sind, wie behauptet wird. 
           
         
        
         c) 
          Chemische und physikalische Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten 
          von CN und CS (5) 
           
           CN 
          (a-Chloracetophenon) ist thermisch stabil. Bei Zimmertemperatur ist 
          es fest, es schmilzt bei 58° C. Es kann in Wurfkörpern, Granaten 
          und Patronen verschossen werden, ohne dass es sich zersetzt. Es verdampft 
          erst durch die Explosionswärme, ist somit auch kein eigentliches 
          Gas, sondern ein Aerosol. Es reagiert nicht mit Wasser, wird deshalb 
          auch mit "Wasserwerfern" eingesetzt, ist aber auch in Wasser 
          fast nicht löslich. In organischen Mitteln ist es jedoch gut löslich. 
          In "Wasserwerfern" wird es in einer Lösung dem Wasser 
          beigemischt. 
           
        
           
            |  
              
             | 
           
           
            |  
               "Reizstoffwerfer" 
                RW 99 
                (Bild: PigBrother) 
             | 
           
         
        In Lösungsmitteln 
          kann es auch in Spraydosen abgefüllt und so versprüht 
          werden. Diese Sprühdosen nennt man "chemische Keule" (chemical 
          mace, 1965 eingeführt von der General Ordonance Equipment Company, 
          Tochtergesellschaft der Smith & Wesson). Diese Art Gaspistole hat 
          eine Reichweite von bis zu 10 m. (Seit Ende der 90er-Jahre verwendet 
          zumindest die Stadtpolizei Zürich laut eigenen Angaben nur noch 
          Pfeffer-Sprays.)  
          Neuerdings werden auch Rückenkanister verwendet 
          (ursprünglich umgebaute Armee-Flammenwerfer), die eine grössere 
          Reichweite haben (bis ca. 30 m). Hier wird das CN wie mit den "Wasserwerfern" 
          in einer Lösung zusammen mit Wasser verspritzt. 
           
           CS 
          (o-Chlorbenzylidenmalodinitril) ist bei Zimmertemperatur ebenfalls fest, 
          es schmilzt erst bei 95° C. Das CS reagiert langsam mit Wasser, 
          ist deshalb für Wasserwerfer nicht geeignet. Die Anwendung erfolgt 
          ebenfalls als Granaten und Wurfkörper oder in Lösungsmitteln 
          in Sprays. (Seit Ende der 90er-Jahre verwendet zumindest die Stadtpolizei 
          Zürich laut eigegen Angaben jedoch nur noch Pfeffer-Sprays.) 
           
          Die Wirkung dieser beiden am häufigsten verwendeten Gase ist in 
          etwa gleich. Es ist aber bekannt, dass vor allem das CS ein besonderes 
          Engegefühl in der Brust macht und die Menschen lähmen kann. 
          Das heisst, dass Betroffene nicht fliehen, sondern im Gasbereich bleiben. 
          CN hingwgen führt eher zu Brechreiz.  
           
          (Siehe auch Kurzinformationen über "Tränengas"-Arten) 
            
        
           
            | d) Auswirkungen 
              der Tränengase | 
              | 
           
         
        Physiologisch wirken 
          Tränengase auf sensible Nervenendigungen. Man nimmt 
          an, dass sie biochemisch mit SH-Gruppen von Proteinen eine Reaktion 
          eingehen, die zur Hemmung von verschiedenen Enzymen führt. 
          Tränengase sind 
          Moleküle mit chemischen Doppelbindungen und angelagerten Halogenen 
          (Chlor, Brom, Iod, Fluor, in der Regel Chlor). Je mehr Halogenatome 
          ein Tränengasmolekül trägt, desto mehr verringert sich 
          die tränenerzeugende Wirkung zugunsten von anderen giftigen Wirkungen. 
           
          Die Körpereintrittstellen für Tränengas sind: 
           
        
           
            -Augenbindehaut 
              -Atemwege 
              -Haut 
              -Magen-Darmtrakt 
               | 
           
         
         Kontakt mit Tränengas 
          führt zu: (6) 
         
        
           
            -Augenbrennen 
              und Stechen, Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und krampfhartem 
              Lidschluss, gefolgt von einer mehrstündigen, vorüber-gehenden 
              Bindehautreizung. 
               
              -Niess- und Hustenreiz, Nasenlaufen, verstärkter Speichelfluss, 
              Mund und Zungenbrennen, Beklemmungsgefühl und Atemnot. 
               
              -Übelkeit, Kopfschmerzen. 
               
              -Hautbrennen, Hautrötung, mit möglicher Blasenbildung. 
               
              -Angstgefühl, Unsicherheit, Lethargie, Müdigkeit, panische 
              Reaktionen. 
               
              -Durchfall, Schmerzen beim Wasserlösen. 
               
              -Bei Testpersonen massive Blutdruckerhöhungen.  
               
              >> In Deutschland starb ein Bundeswehrsoldat nach häufigem 
              Kontakt mit "Tränengas" an Lymphknotenkrebs  
              (--> 1195)). | 
           
         
        Die Auswirkungen 
          sind abhängig von der Konzentration des einwirkenden Gases sowie 
          der Dauer der Einwirkung. Auf Grund dieser mehr oder weniger messbaren 
          Faktoren wird die "Sicherheit" eines solchen Kampfstoffes 
          errechnet. Individuelle Reaktionen können aber in diesen Berechnungen 
          nicht erfasst werden. Die folgende Darstellung gibt eine Uebersicht 
          über diese Messgrössen. (8) 
         
        
        
           
            |  Erläuterung 
              dieser Begriffe:  | 
              | 
           
         
         
          Flüchtigkeit: CN ist weniger flüchtig als CS. Bei Zimmertemperatur 
          können keine effektvollen Konzentrationen erreicht werden. 
           
          Untere Reizgrenze: Besagt, bei welcher 
          Konzentration in mg/m3 eine Wirkung erzielt werden kann. 
           
          Unerträglichkeit (I ct 50): Entspricht dem sogenannten "kampfunfähigmachenden 
          Konzentrations-Zeitprodukt". Ein Tränengas soll nie töten, 
          sondern kampfunfähig machen. Dieses Mass gibt an, bei welcher Konzentration 
          (mg/m3 Luft) nach 1 Minute 50 % von Personen kampfunfähig sind, 
          d.h., das Gas nicht ertragen und fliehen. 
           
          Tödlichkeitsprodukt l ct 50: Dieser Wert stammt aus Tierversuchen. 
          Er gibt an, bei welcher Konzentration und nach welcher Zeit 50% der 
          Versuchstiere sterben. Dabei wird ein Atemvolumen von 10 l/Min. angenommen 
          (unter Stresssituationen ist das Atemvolumen beim Menschen wesentlich 
          höher, damit atmet er auch mehr Gase ein). 
           
          Sicherheitsfaktor: Dieser wird berechnet aus dem Verhältnis 
          von Tödlichkeitsprodukt und Unerträglichkeit. Die Sicherheit 
          eines Stoffes ist umso grösser, wenn die Werte für das Tödlichkeitsprodukt 
          und die Unerträglichkeit weit auseinander liegen. Für das 
          CN zeigt die Tabelle, dass 50% der Versuchstiere sterben, wenn sie Konzentrationen 
          ausgesetzt sind, die 425-185 mal grösser ist als zum Erreichen 
          der Unerträglichkeit. 
           
          Giftklasse: Da der Sicherheitsfaktor beim CS grösser ist, 
          figuriert CS in der Giftklasse 2, CN ist der Klasse 1 zugeteilt. 
           
          Abgesehen davon, dass diese Berechnungen grundsätzlich 
          fragwürdig sind (weil dies rein experimentell-statistische 
          Werte basierend auf Tierversuchen sind), sind die Konzentrationen bei 
          Tränengaseinsätzen schwer berechenbar: 
        
           
              | 
           
         
        
           
            -Es 
              gibt keine Konzentrationsangaben unter Einsatzbedingungen 
              und es wurde auch noch nie ein Tränengaskonzentrationsgerät 
              an Demonstrationen und Krawallen gesichtet. 
               
              -Aufgenommene Tränengaskonzentrationen hängen von der 
              Einsatzart ab. Dabei sind die Sicherheitsabstände wichtig, 
              an die sich Polizisten im Getümmel in der Regel nicht 
              halten können oder wollen. 
               
              -In geschlossenen Räumen (Telefonzelle, Keller, 
              Autos, Lift, Knastwagen, Zellen) erhöhen sich die Konzentrationen. 
               
              -Bei Windstille bleibt das Tränengas länger an 
              Ort. 
               
              -In der Wasserwerfer-Aufschwemmung weist das Tränengas 
              unterschiedliche Konzentrationen auf, da es in Wasser nicht 
              löslich ist. 
               
              -Die im Chemical-mace angegebene Tränengaskonzentration 
              ist nach Verdampfen des Lösungsmittels effektiv höher. 
               
              -Das Tränengas bleibt an Kleidern, Haut, Haar und Bart hängen, 
              wirkt also auch ausserhalb des Einsatzortes noch nach (nicht umsonst 
              müssen Polizisten bei der Vernehmung von Demonstranten auf 
              dem Posten die Fenster öffnen, ebenso wie medizinisches Personal). 
               
              -Im Stress erhöht sich das durchschnittliche 
              Atemvolumen um ein Vielfaches, und damit auch die eingeatmete 
              Menge. 
               
              -Schwitzen, warmes Wetter begünstigen die Tränengasaufnahme 
              durch die Haut.  | 
           
         
        Diese Aufzählung 
          soll dazu dienen, Zahlen und im Labor einfach zu errechnende Zahlen 
          zu relativieren. 
           
          Ebensowenig lassen sich die individuellen Reaktionen auf eine 
          Tränengasexposition vorausberechnen. Ganz allgemein sind Kinder, 
          Alte, Kranke und Behinderte gefährderter. In der Masse 
          lassen sich aber keine Individuen unterscheiden. Aus diesem Grunde wurden 
          im Michigan-Gutachten (1968 im Auftrag der Polizei) und im Gutachten 
          von O. Klimmer, (Bonn, 1969 im Auftrag von Smith & Wesson) allgemeine 
          Sicherheitsrichtlinien für die Verwendung der 
          chemischen Keule aufgestellt: 
         
             
        
           
            - 
              Mindestabstand 3 - 4 m 
              (in der Beschreibung des Chemical Police Escort System, eine CN 
              und CS Sprühdose, wird ein Mindestabstand von 1 m gefordert). 
               
              - Keine direkte Besprühung von Gesicht und 
              Augen. Minimale Besprühungsdauer (weniger als eine 
              Sekunde). 
               
              - Keine 
              Verwendung gegen fluchtbehinderte Personen (z.B. Bewusstlose). 
               
              - Kein Einsatz in geschlossenen Räumen 
              (z.B. Polizeiwagen). (Genau 
              dafür ist z.B. die zürcher Polizei "berühmt".) 
                | 
           
         
         Genaue Richtlinien 
          sind uns und offenbar auch dem Toxikologischen Institut der ETH und 
          Uni nicht bekannt.  
          Die Praxis zeigt, dass die Polizei 
          entweder keine Instruktionen besitzt oder 
          allfällig vorhandene nicht befolgt, 
          oder aber der Meinung ist, "Tränengase" seien völlig 
          harmlos [und sonst kann man ja zumindest mal so tun ...]. Anders 
          lässt es sich nicht erklären, dass z.B. regelmässig 
          "Tränengas" ins Innere von Arrestantenwagen 
          gespritzt wurde.  
           
        
           
             
              
                 
                   
                    
                       
                         
                          S W I T Z E R L A N D 
                               
                            T O R T U R E 
                              
                            W E F  F E B  2 0 0 2 
                         | 
                       
                     
                   | 
                 
               
             | 
           
         
        >> 
          Seit Jahrzehnten wird "Tränengas" von der Polizei 
          systematisch als Folterinstrument 
          missbraucht. 
           
           >> 
          Seit Jahrzenten sind "Tränengas"-Exzesse in Polizeikesseln 
          an der Tagesordnung. 
           
          >> Seit Jahrzehnten schweigen Medien 
          und Parlament dazu ... 
            
        >> Regelmässig 
          wurden und werden u.a. in Zürich, Bern, Basel 
          und Lanquart auch bewilligte friedliche Demonstrationen 
          oder gleich ganze Areale und alternative Kulturzentren pauschal eingekesselt 
          und mit "Tränengas"-Granaten rücksichtslos massiv 
          zugegast, Eingekesselte mit tragbaren "Tränengas"-Sprühgeräten 
          und von "Wasserwerfern" mit "Tränengas"-Wassergemisch 
          willkürlich gefoltert. 
            
          >>  Nachfolgend lediglich ein grober Überblick 
          anhand ausgewählter Beispiele: 
          (siehe auch Folter 
          mit "Tränengas" im "Wasserwerfer"  / 
          Folter mit Sprühgeräten im Polizeikessel) 
           
          --> Kenntnis von weiteren Fällen von "Tränengas"-Exzessen?? 
          --> 
          Du hast weiteres Bildmaterial?? 
          >> Bitte Mail an pigbrother@ssi-media.com! 
           
         
              
          Zürich 1980-82: 
          Und wieder mal wird das AJZ "eingegast" (Bild: 
          rozsa@photoscene.ch) 
        >>> 1980-82 
          wurde in Zürich das AJZ x-fach eingekesselt und Hof und 
          Gebäude teilweise stundenlang mit "Tränengaspetarden" 
          beschossen, wobei auch "Petarden" ins Gebäudeinnere 
          gelangten. Die Konzentration war dabei so stark, dass 
          sich das "Gas" in den betreffenden Räumen als "Staub" 
          niederschlug, der noch Monate später Reizungen verursachte. 
           Zusätzlich 
          wurde das Gebäude auch von "Wasserwerfern" mit "Tränengas"-Gemisch 
          vollgespritzt (siehe Bild hier). 
          Auffällig auch, dass die Polizei zumindest beim einen "Gas"-Exzess 
          vollständig mit Gasmasken ausgerüstet war (siehe 
          Bilder oben und rechts / Foto: rozsa@photoscene.ch). 
           
          >> Verschiedene Betroffene klagten über teils bleibende 
          Schäden (Kopfweh, Bluthusten, Verätzung der Stimmbänder 
          etc.). Mindestens ein Verletzter, der im "Gas" bewusstlos 
          liegengeblieben war, berichtet über erst Jahre später auftretende 
          Spätschäden  im Rachen (Geschwulst), die erneute medizinische 
          Behandlung nötig machte.  
          >> Sämtliche Medien schwiegen dazu ... 
           
        
           
             
                
                Was 
                die Polizei nach einer Belagerung im März 1981 im 
                AJZ alles zurückliess: 
                a) ausgebrannte "Schwelkörper" von   
                b) leeren 3er-"Petarden"  
                c) "Tränengas-Handwurfkörper"   
                d) "Gummigeschosse"  e) Treibpatronen 
                (Bild: WoZ 
                >> 
                zum Vergrössern hier 
                oder in Bild klicken!) 
                 
             | 
           
         
        >>> Am 
          31. Januar 1981 wurde in Zürich eine unbewilligte Demonstration 
          von der Polizei beim Landesmuseum eingekesselt 
          und mit "Tränengaspetarden" beschossen. Als sich 
          eine Frau mit erhobenen Händen vor dem "Gas" retten wollte, 
          wurde ihr mit "Gummiggeschossen" ein Auge 
          herausgeschossen, einer anderen damit ein Finger gebrochen. 
          Der erste Fall schaffte es ausnahmsweise sogar in diverse Medien. 
          >> Eine 
          andere Person, die fliehen wollte, berichtet in einem unveröffentlichten 
          Interview der Videogruppe, wie ihr  
          ein Beamter eine brennende "Tränengaspertarde" an den 
          Kopf drückte und sagte: "Schrei nur, schreien tut gut!" 
           
          >> Sämtliche Medien schwiegen dazu ... 
           
           >>> 
          Am 3. Juni 1982 wurde in Zürich die Schlusskundgebung 
          einer bewilligten Demonstration gegen die geplante Strafgesetz-Revision 
          auf dem Platzspitz aus nichtigem Anlass in minutenlangem "Tränengas"-Einsatz 
          erstickt. Offensichtlich ging es der Polizei darum, 3 Tage vor der 
          Abstimmung (erfolgreich) "Stimmung zu schaffen". Zwar gab 
          es noch ein kleines politisches Nachspiel in Form einer Interpellation 
          der damaligen POCH-Gemeinderätin Ingrid Schoch. Betroffene berichteten 
          von tagelangem Kopfweh und Atembeschwerden sowie über 
          Spätschäden. 
          >> Sämtliche Medien schwiegen dazu ... 
           
          >>> 1987 nebelt die Berner Polizei eine bewilligte 
          Grossdemonstration zum ersten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 
          aus nichtigen Grund massiv mit Tränengas ein und versetzt 
          zahlreiche Menschen, darunter viele Kinder, in Angst und Panik. (siehe 
          auch Woz) 
           
          >> Über allfällige Gesundheitsschäden ist z.Zt. 
          nichts bekannt: Sämtliche Medien schwiegen dazu ... 
           
          >>> Ende der 80er wurde in Zürich das Kanzlei-Areal 
          mitsamt Turnhalle und Kino umstellt und etwa eine Viertelstunde 
          lang pausenlos "eingegast", was die Rohre hergaben. 
          Einmal mehr brach eine Person im "Gas" bewusstlos zusammen 
          und musste hospitalisiert werden. Mehrere Personen mussten anschliessend 
          ärztlich behandelt wegen, u.a. wegen Lungenentzündung, 
          Bluthusten (Bronchitis, auch bei NichtraucherInnen) oder asthmatischen 
          Beschwerden.  
          >> Die hospitalisierte Person wurde in einigen Medien kurz erwähnt, 
          ansonsten das "übliche" Schweigen ... 
           
        
           
              | 
              | 
           
           
            |  
               1. 
                Mai: "Tränengaspetarden" fallen vom Kasernendach 
                auf den Zeughaushof  
                (Bild: GPK-Bericht / SFDRS) 
             | 
             
               FestbesucherInnen 
                versuchen die "Tränengaspetarden" zu entfernen 
                (Bild: GPK-Bericht / SFDRS) 
             | 
           
         
        >>> 1996 
          feuerte die Polizei in Zürich "aus Versehen" zahlreiche 
          "Tränengaspetarden" in das bewilligte 1. Mai-Fest sowohl 
          auf der Kasernenwiese inkl. Kinderspielplatz wie auch auf dem Festgelände 
          im geschlossenen Innenhof des Kasernenareals. Trotz einem selten 
          umfangreichen Bericht durch die Geschäftsprüfungskommission 
          des Gemeinderates konnte nicht befriedigend geklärt werden, 
          wie es dazu kam, geschweige denn, wer die verantwortlichen SchützInnen 
          waren, da die betreffenden BeamtInnen  wie auch in anderen Fällen 
          zu beobachten  unter fadenscheinigen Ausreden gar nicht erst 
          befragt und schon gar nicht eruiert werden durften. (S. 160) 
          (Trotzdem ist der gut 190-seitige GPK-Bericht in vielen 
          Punkten mehr als nur interessant. --> Er kann gratis bestellt 
          werden bei der Staatskanzlei der Stadt Zürich.)  
           >> 
          Unverfroren erklärte der damalige SP-Polizeivorstand "Globi" 
          Neukomm dazu (S. 159): «Zwar ist es richtig, dass [...] mindestens 
          3 Tränengaspetarden [
] im Zeughaushof landeten. [Plus 
          weitere 3 auf der Kinderspielwiese!] (siehe Bild: 
          GPK / TeleZüri) Bei der Vielzahl [!!!] von Tränengaspetarden, 
          die in der Miltärstrasse und der Kanonengasse verschossen worden 
          sind, liegt diese Zahl von Fehlschüssen noch im Rahmen der normalen 
          [!!!] Streuverhältnisse. [
] In diesem Lichte betrachtet können 
          auch die festgestellten Fehlschüsse in das Zeughausareal nicht 
          als disziplinarrechtlich, geschweige denn strafrechtlich relevante Fehler 
          betrachtet werden.»  
          >> Ganz nach dem altbekannten zürcher Motto: Bei 
          uns steht die Polizei über dem Gesetz!!! Und sämtliche 
          Medien schweigen dazu ... 
          --> Wie "üblich" waren zahlreiche (auch 
          unbeteiligte) Verletzte zu beklagen (wie ebenfalls "üblich" 
          dürfte zudem die Dunkelziffer erheblich sein):  
          >> Die Vereinigung unabhängiger Arztinnen zog 
          folgende Bilanz von "Tränengas"-Verletzten auf dem 
          Festgelände:  
          - Lebensbedrohliche Atemnot eines siebenmonatigen Babies mit 
          notfallmässiger Hospitalisation 
          - Lebensbedrohlicher Kreislaufkollaps eines 70-jährigen 
          Mannes mit notfallmässiger Hospitalisation 
          - Lebensbedrohliche toxisch-allergische Schockreaktion eines 
          jungen Mannes, die eine Reanimation erforderte 
          - Mehrere Dutzend Leute mussten sich als Reaktion auf das CS-Gas 
          übergeben 
          >> Im GPK-Bericht wurde einzig der Fall des Kleinkindes 
          erwähnt  obendrein noch mit einem Fragezeichen 
          ...  
          >> Obwohl die Namen zweier behandelnder ÄrztInnen 
          und z.T. auch die anderen Fälle in den Medien (z.B. im TA 
          vom 2.5.96) ausnahmsweise erwähnt wurden, hielt die GPK 
          es offensichtlich nicht nötig, sie zu befragen ... 
          - Ferner erwähnt die VUA in ihrer Medienmitteilung 2 Gehirnerschütterungen 
          sowie mehrere Rissquetschwunden durch "Gummigeschosse" 
          etc. (darunter auch eine von der GPK erwähnte und auch auch bei 
          PigBrother dokumentierte massive "Gummigeschoss"-Kopf-Verletzung). 
          
          1. Mai: Kinderspielplatz 
          auf der Kasernenwiese u.a. mit "Tränengas" abgeduscht 
          Zitat Polizei:  «Richtig, es ist auch nie in das Areal reingeschossen 
          worden.» 
          (Bild: 
          rozsa@photoscene.ch) 
           
        >> Weiter 
          wurden wieder einmal mehrere, z.T. Unbeteiligte vorschriftswidrig mit 
          "Tränengas"-Wassergemisch 
          direkt abgeduscht. 
          Dabei kam es auch zu den bekannten Verätzungen, 
          welche im einen von der GPK erwähnten Fall 2 Wochen zum 
          heilen brauchten. Erhellend die Lügen, Pardon, Aussagen 
          des Chefs des "Wasserwerfers 12", der laut GPK als einziger 
          für diesen Beschuss in Frage kommen kann (siehe 
          auch TeleZüri-Bild aus GPK-Bericht): «Nein, wenn 
          man Direktschuss gibt, mit einem Wasserregen von 20 bar, habe ich das 
          Gefühl, dass es Verletzungen geben kann. Meines Wissens ist niemand 
          verletzt worden.»  (Konsequenterweise 
          behauptete die Stadtpolizei auch noch 5 Jahre später wider besseren 
          Wissens, von Verätzungen durch "Tränengas" 
          «noch nie gehört» zu haben.) 
          Auf die Frage, ob er es ausschliessen 
          könne, dass Personen von seinem Fahrzeug aus mit Beimischung 
          von CN beschossen wurden, gab der Chef "Wasserwerfer 12" 
          weiter zu Protokoll:  «Richtig, es ist auch nie in das Areal 
          reingeschossen worden.» (S. 147) Wie ja auch mindestens 
          auf den 2 Bildern oben deutlich zu erkennen ist ...  
          >> Auch in diesem Fall sah die Polizei laut SP-Polizeivorstand 
          "Globi" Neukomm wie gehabt keinerlei Korruption, 
          äh, Pardon, Bedarf nur schon für eine interne «Untersuchung», 
          geschweige denn disziplinarische oder gar strafrechtliche Schritte ... 
          (S. 146-151)  
           
        
           
              | 
           
           
            |  
               (Bild: 
                GPK-Bericht / TeleZüri) 
             | 
           
           
              | 
           
           
            |  
               (Bild: 
                GPK-Bericht / SFDRS) 
             | 
           
         
        --> Bei den "Eingasungen" 
          des 1. Mai-Festes kam es auch zu Sachschäden (siehe auch 
          Bilder):  
          >> Auf der Kasernenwiese brannten herunterfallende "Petarden" 
          mehrere Brandlöcher in das Blasio-Kinderspielzeug. Die Spielgeräte 
          waren zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Betrieb, sondern sollten 
          erst aufgeblasen werden. Trotzdem warteten bereits viele Kinder auf 
          der Wiese darauf, die Geräte benutzen zu können.  
          >> Auf dem Innenhof geriet die Stoffabdeckung eines 
          Standes in Brand. 
          >> Bezeichnenderweise wurden im GPK-Bericht diese Sachschäden 
          bei weitem ausführlicher dokumentiert als die Verletzungen ... 
          (S. 127 / 161) 
           
          >>> Im Herbst 1996 geht die Berner Polizei auf 
          dem Bundesplatz aus nichtigem Grund mit "Tränengaspetarden" 
          und "Tränengas"-Wasser-Gemisch aus "Wasserwerfern" 
          massiv gegen eine bewilligte Grossdemonstration mit 10 000 demonstrierenden 
          Bauern und zahlreichen PassantInnen vor. Offizielle Begründung: 
          Weil die Polizei mit einigen Protestierenden, die sich am Absperrgitter 
          zum Bundeshaus zu schaffen machen, nicht zu Rande kam, habe sie "zuerst 
          die Leute in den hinteren Rängen vertreiben müssen", 
          um ein "gefährliches Gedränge zu verhindern". Resultat 
          der "Gasorgie": Logischerweise kam die Menge danach erst richtig 
          in Fahrt. 
          >> Nicht nur der Einsatz von CS mittels "Petarden" 
          wurde später heftig kritisiert, sondern auch, dass die Polizei 
          die Menge am umkämpften Zaun mit CN-Wasser-Gemisch traktierte: 
          Mehrere Bauern, die von der Polizei mit diesem Gemisch abgeduscht worden 
          waren, zogen sich schwere Hautverletzungen zu, weil sie die verseuchten 
          nassen Kleider während Stunden nicht ausziehen konnten. 
          >> Für einmal kommen zumindest die Verätzungen 
          einiger Verletzter ins Fernsehen. 
          >> Das Berner Stadtparlament forderte darauf den Verzicht auf 
          solche CN-Einsätze, kam damit aber bei der Stadtregierung nicht 
          durch. 
          >> Hingegen setzte unter Eindruck der Verletzungen in Genf 
          der Grosse Rat im Januar 1998 gegen den Willen von Polizei und Regierung 
          durch, künftig auf die Beimischung von CN in Wasserwerfern zu verzichten. 
          (siehe auch Woz) 
          >> Mit Ausnahme der Verätzungen ist über allfällige 
          weitere Gesundheitsschäden z.Zt. nichts bekannt: Sämtliche 
          Medien schwiegen dazu ... 
           
           >>> Am 
          1. Mai 2001 wurde in Zürich die unbewilligte 1. Mai-Nachdemo 
          von der Polizei eingekesselt. Dabei schoss die Polizei mehrere "Tränengaspetarden" 
          mitten in die eingekesselte, zusammengepferchte Menge. Mindestens 
          2 Personen berichteten danach von Gesundheitsschäden (Bluthusten) 
          (siehe Report 2001#2a). 
          Eine Person, die mit "Tränengas" «ziemlich eingenebelt» 
          worden war, bekam eine Lungenentzündung und lag 2 Wochen im 
          Spital  typische "Nebenwirkung" nach Inhalation 
          des «harmlosen Reizkampfstoffs» (siehe 
          Report 2001#34a). 
          >> Sämtliche Medien schwiegen dazu ... 
          >> In der Nähe kam es zusätzlich zu einem auf PigBrother 
          ausführlich dokumentierten Fall von Verätzung 
          durch "Tränengas"-Wasserwerfer-Gemisch. "Üblicher" 
          Kommentar der von PigBrother mit diesem Sachverhalt konfrontierten 
          Polizei (obwohl der Polizeivorstand "Globi" 
          Neukomm schon 1996 einen Fall zugeben musste): 
          «Verätzungen durch "Tränengas"? 
          Nie gehört.»  
          >>  Später wurde ein 2. Fall bekannt: Eine weitere Person 
          erlitt Verätzung durch "Tränengas" ("Wasser"werfer) 
          an den Oberschenkeln. Obwohl sie umgehend die Kleider wechselte 
          und die Verbrennung so bald als möglich behandelte, entzündeten 
          sich die Wunden mehrmals, was mehrere Arztbesuche erforderlich 
          machte. Die Arztkosten belaufen sich auf rund 500.-- Fr. Die Verletzung 
          bereitet auch nachträglich Probleme: Immer wenn die Haut 
          gereizt ist, kommt es wieder zu Entzündungen (siehe 
          Report 2001#34a). 
          >> In beiden Fällen schwiegen sämtliche Medien dazu 
          ... 
           
           >>> Am 
          1.2.2002 kam es in Zürich anlässlich einer unbewilligten 
          Anti-WEF-Demo (nebst vielen anderen Verletzungen) 
          zu mindestens 2 krassen Fällen von "Tränengas"-Verätzungen, 
          als ein "Wasserwerfer" bei der Kunstgewerbeschule eingekesselte 
          DemonstrantInnen mit "Tränengas"-Gemisch im verbotenen 
          Direktbeschuss sekundenlang gezielt abduschte (siehe den ausführlichen 
          Report mit Interviews und Fotos). 
          >>  Sämtliche Medien schwiegen dazu ...  
          >> Erst nach monatelanger kontinuierlicher Berichterstattung 
          und Pressemitteilungen durch PigBrother sowie nach einem PigBrother-Artikel 
          in der WoZ kam es zu vereinzelten Meldungen auch in den «offiziellen» 
          Medien, nachdem die Betroffenen gegen die Polizei Strafanzeige 
          eingereicht hatten. (Bezeichnenderweise hat sich in der Strafuntersuchung 
          bis März 2003 nichts wirklich getan und bezeichnenderweise 
          konnten die fehlbaren SchützInnen nicht eruiert werden ...) 
          Mitte Januar '03 reichten die Betroffenen zusätzlich Staatshaftungsklage 
          (für Schadenersatz) ein. 
          >> Die Neue Zürcher Zeitung berichtete bezüglich 
          der massiven Verätzungen im Frühsommer 2002 genüsslich, 
          wer an eine unbewilligte Demo gehe (strafrechtlich ähnlich gravierend 
          wie z.B. falsches Parken oder leicht erhöhte Geschwindigkeit), 
          sei «selber schuld» und müsse sich «nicht 
          beklagen» ... 
        
           
              | 
           
         
        >> Am Tag 
          nach der Demo kam es zu einem Todesfall: Im Tessin starb der 
          22-jährige Italiener Edoardo "Edo" Parodi. Er hatte nach 
          der Demo über Müdigkeit und Unwohlsein geklagt. Bekanntlich 
          hatte die Polizei grosszügig "Tränengas"-Wasser-Gemisch 
          aus "Wasserwerfern", "Tränengaspetarden" sowie 
          die mobilen "Tränengas"-Sprühgeräte RW 
          99 eingesetzt. Als ein Kollege Edo am nächsten Tag zur Weiterfahrt 
          wecken wollte, war er tot, wobei im Blut aus dem Mund geflossen 
          war  typisches Symtom eines "Tränengas"-induzierten 
          Lungenödems. 
          >> Als 
          erstes setzte die Polizei nach gewohnter Manier die "übliche" 
          Falschmeldung in Umlauf, Edo sei an einer Drogenüberdosis 
          gestorben. Danach herrschte Stillschweigen, auch nachdem der 
          Obduktionsbericht den Behörden längst vorlag.  
          >> Schliesslich hiess es in einem ca. 5-zeiligen Communiqué, 
          die Obduktion habe eine "natürliche Todesursache" 
          ergeben (Herzmuskelentzündung). Der genaue Obduktionsbericht bleibt 
          unter Verschluss, Anfragen im Parlament werden unter Verweis 
          auf "natürliche Todesursache" abgewürgt. 
          >> Bis heute bleibt aus verschiedenen 
          Gründen unklar, ob nicht doch zumindest eine Beteiligung 
          von "Tränengas" am Tod vorlag, geschweige denn, ob 
          eine solche überhaupt je untersucht wurde. Die (Nicht-)Reaktion 
          der Behörden (lügen, schweigen, nicht offenlegen, schweigen, 
          vertuschen) hinterlässt jedenfalls kein gutes Gefühl. 
          >> In Italien erschienen mehrere Artikel. 
          >> Bis auf eine AP-Kurzmeldung ("Todesursache unbekannt, 
          Zusammenhang mit Demo nicht festgestellt, keinerlei Fremdeinwirkung 
          feststellbar", abgedruckt einzig in Metropol und NZZ), zwei kleine 
          Erwähnungen in Nebensätzen im Tages-Anzeiger ("Vorwurf 
          auf blutgeil.com: Tränengas schuld") und einer gut 20-zeiligen 
          Meldung in der NZZ ("natürliche Todesursache") schwiegen 
          in der Schweiz sämtliche «offiziellen» Medien dazu 
          ... (siehe auch Linkliste 
          zum Tod von Edo Parodi) 
           
          >>> Am 1.3.02 wurde in Zürich ein unbewilligter 
          Antifaschistischer Abendspaziergang von der Polizei eingekesselt. Im 
          Polizeikessel, zu dem die anwesenden MedienvertreterInnen keinen 
          Zugang hatten bzw. weggewiesen wurden, kam es zu verschiedenen, 
          teilweise massiven Misshandlungen. Unter 
          anderem wurden einmal mehr "Tränengaspetarden" in 
          die sitzende, eingepferchte Menge geschossen 
          und die Eingekesselten teilweise willkürlich mit tragbaren "Tränengas"-Sprühgeräten 
          abgeduscht. 
          >> Die Polizei selber räumte anschliessend ein, sie habe 
          «Kenntnis von einer Person, welche einen Schwächeanfall 
          erlitt. Andere Meldungen über Verletzte liegen nicht 
          vor». Beim «Schwächeanfall» handelte es sich 
          in Wahrheit um einen durch "Tränengas" hervorgerufenen 
          Asthma-Anfall, die Person musste hospitalisiert werden. 
          >> Weitere Personen erlitten u.a. Verätzungen durch die 
          mobilen "Tränengas»-Sprühgeräte.  
          >> Mit der Ausnahme eines kurzen Verweises im Tages-Anzeiger auf 
          «massive Vorwürfe» von PigBrother im Rahmen der Berichterstattung 
          im Vorfeld des 1. Mai (unter dem sinnigen Titel "Anleitung für 
          Brandsätze im Netz", TA 3.4.02) schwiegen sämtliche 
          Medien dazu ... 
           
        
        >>> Am16.3.02 
          wurde am unbewilligten Antifaschistischen Abendspaziergang in Bern wurde 
          einer Person mit einer Spraydose ins Gesicht gesprüht, was 
          heftiges Nasenbluten und starke Müdigkeit auslöste, 
          die Person wurde anschliessend unsanft verhaftet (siehe Bild). Die Polizei 
          wollte keine Auskunft geben, um was für eine Substanz 
          es sich bei dem Spray gehandelt habe. (Report 
          2002 mit weiterem Bild der Vehaftung) 
          >> Weiter wurde  nebst "Gummigeschoss"-Verletzungen 
           eine Person von einem Wasserwerfer angefahren. Da sie 
          keine Lust hatte, von BeamtInnen ins Spital gebracht zu werden, wurde 
          der Fall von der Polizei heruntergespielt. 
        
           
              | 
           
           
            |  
                  WoZ goes 
                PigBrother 
  (3.5.02) 
             | 
           
         
        >>> Am 
          1. Mai 2002 hatte die Polizei in Zürich Anweisung 
          gehabt, in der Nähe des Festgeländes des bewilligten 1. Mai-Festes 
          im Kasernenareal für einmal auf den Einsatz von "Tränengas"-Granaten 
          sowie von "Tränengas"-Wassergemisch zu verzichten. 
          Selbstredend musste dann  wie die verantwortliche Polizeivorsteherin 
          Esther Maurer erst nachträglich auf Anfrage zugab  aufgrund 
          von «Notwehrsituationen» u.a. das Festgelände einmal 
          mehr trotzdem in Mitleidenschaft gezogen werden, wobei auch die 
          Kapo wacker mithalf ... 
          Auch sonst gab es u.a. in den anschliessenden Kesseln  nebst diversen 
          "Gummigeschoss"-Verletzungen 
           die "üblichen unschönen Szenen" (siehe 
          auch Bild):  
          >> Einmal mehr wurden u.a. in einem Hinterhof Eingekesselte 
          massiv mit "Tränengaspetarden" eingedeckt. Ein Betroffener 
          klagte über tagelange Übelkeit mit Erbrechen und Kopfweh. 
           
          >> Ein Unbeteiligter erlitt einen durch "Tränengas" 
          hervorgerufenen schweren Asthmaanfall und musste ins Spital 
          gefahren werden 
          >> Es 
          gab mindestens eine "Tränengas"-Verbrennung.  
          >> Abgesehen von der pauschalen Meldung der Anzahl der Hospitalisierten 
          und Erwähnung des Asthmaanfalls schwiegen sämliche Medien 
          dazu ... (Report 2002) 
        
           
               | 
           
           
            |  
              
             | 
           
         
        
           
              | 
           
           
            |  
               Bhf 
                Landquart 25.2.03  
                (Vergrössern in Bilder klicken!) 
             | 
           
         
        >>> Am 
          25.2.03 wurde anlässlich der bewilligten WEF-Demo vor 
          Landquart der infolge Wortbruchs der Polizei aus Fideris zurückgeschickte 
          Zug gestoppt, die Aussteigenden mit einem massiven "Tränengas"-Einsatz 
          empfangen und in den Bahnhof getrieben (siehe Fotos 
          links).  
        >> Dabei wurde 
          auch das lokale Alters- 
          und Pflegeheim gut "eingegast".  
          >> Sämtliche Medien schwiegen dazu ... 
           
          >> Dazu wurde ebenfalls am 25.1.2003 in Lanquart die gesamte 
          blockierte bewilligte WEF-Demo 
          aus nichtigem Anlass auf dem Bahnhof umzingelt und das gesamte 
          Gelände massiv "eingegast" (siehe 
          Fotos). Betroffene berichten von mehrtägigem Kopfweh, 
          Gliederschmerzen und Hautausschlägen. 
          >> Sämtliche Medien schwiegen dazu ... 
           
        
           
            |  
              
             | 
           
           
             
              Reithalle 
                25.2.03: Umstellt und exzessiv "eingegast" 
                (Bilder: indymedia.ch) 
             | 
           
         
        >>> Am 
          selben Abend des 25.1.03 wurde in Bern die das Kulturzentrum 
          Reithalle von der Polizei umstellt und mit "Tränengaspetarden" 
          massiv eingedeckt (siehe 
          Fotos oben). Dabei wurden "Petarden" auch in den 
          Innenhof geschossen, dazu die NZZ am Sonntag vom 
          26.2.03 süffisant: «Der Innenhof der Reithalle, 
          wo sich zahlreiche Besucher aufhielten, füllte sich während 
          des Polizeieinsatzes mit Reizgas. Im Kino, wo ein Film gezeigt 
          wurde, kam es nach Angaben eines Augenzeugen zu chaotischen Szenen, 
          als Gas eindrang.» Chaotische Szenen bei den Chaoten, 
          wie «lustig» ... Mehrere BesucherInnen klagten anschliessend 
          u.a. über Lungenschäden. 
          >> Sämtliche Medien schwiegen dazu ... 
          >> Laut Medienmitteilungen 
          vom 26.1.03 rsp. 29.1.03 fordert die Reithallenbetreiberin IKUR 
          u.a. «eine Untersuchung über den Befehl und seine Auswirkungen, 
          unmittelbar vor und im Hof der Reitschule Reizgas einzusetzen» 
          und prüft zudem eine «Strafanzeige gegen den Tränengaseinsatz 
          der Polizei». >> PigBrother wartet ... 
           
           
          --> Kenntnis von weiteren Fällen von "Tränengas"-Exzessen?? 
          --> Du hast weiteres Bildmaterial?? 
          >> Bitte Mail an pigbrother@ssi-media.com! 
            
        
           
            | 3. 
              Kurzinformation über Tränengasarten | 
              | 
           
         
          
          Zürcher Stapo 
          1968 mit umgebauten Flammenwerfern 40  
          
         
          CN = a-Chloracetophenon (Giftklasse 1) 
            
           1869 
          von Graebe entdeckt. 1918 von den USA produziert, im 1. Weltkrieg nicht 
          mehr eingesetzt, seither aber vielfach bewährt. Bei Raumtemperatur 
          fest (Schmelzpunkt 58° C), weder wasserlöslich noch chemische 
          Reaktion mit Wasser (günstig für Wasserwerfereinsatz), gut 
          löslich in organischen Lösungsmitteln (im Chemical mace), 
          hitze- und feuchteresistent, keine Metallkorrosion, nicht explosiv. 
           
          Trotz der anerkannten grösseren Giftigkeit als CS noch sehr häufig 
          eingesetzt, in der Schweiz meistverwendetes Tränengas. Spielen 
          da finanzielle Erwägungen mit? 
           
           
          CS = o-Chlorbenzyliden-Malodinitril (Giftklasse 
          2) 
           
            
          1928 erstmals synthetisiert von Corson + Stoughton. In den 50iger Jahren 
          von den Engländern produziert und 1961 erster Grosseinsatz im Zypernkonflikt, 
          ferner in Vietnam. Reagiert stärker mit Wasser (Hydrolyse) als 
          CN, deshalb für den Wasserwerfer weniger geeignet, gut löslich 
          in organischen Lösungsmitteln. Reizwirkung etwa 10 mal stärker 
          als CN, aber weniger giftig als CN (höherer Sicherheitsfaktor). 
          Soll v.a. stärker immobilisieren durch Brustenge und damit die 
          Verhaftungsquote erhöhen. In England einzig erlaubtes Tränengas; 
          in der Schweizer Armee für Gasmasken-Dichtigkeitsprüfung verwendet. 
           
           
          CR = Dibenz (b,f)-1,4-Oxazepin (Giftklasse 
          2)  
           
          1962 erstmals synthetisiert. 1973 von Engländern produziert und 
          seither v.a. in Nordirland eingesetzt. Stärkere Reizwirkung als 
          CS oder CN und weniger giftig, es bestehen aber praktisch keine toxikologische 
          Studien. Soll in der Schweiz bis 1977 noch nie eingesetzt worden sein. 
           
          Wurde vor allem bekannt wegen der Diskussion, ob Oxazepin, ein Valiumverwandter 
          Stoff, auch eine psychotoxische Wirkung habe, was allerdings dementiert 
          wird. 
           
           
          BB = Benzylbromid (Giftklasse 1) 
           
          Hohe Flüchtigkeit (günstig bei tiefen Temperaturen). Kleiner 
          Sicherheitsfaktor. In Gösgen 1977 anscheinend von einem kantonalen 
          Polizeidetachement eingesetzt. 
            
        
           
            |  
              
             | 
              | 
           
         
        4. 
          Schadwirkungen am Auge 
           
          Vergleichbar den toxischen Wirkungen der Tränengase auf andere 
          Organe ist das Spektrum ihrer Wirkungen am Auge sehr weitgespannt. Beim 
          Chloracetophenon (CN), dem am häufigsten angewendeten Tränengas, 
          kommt es zu einer verstärkten Durchblutung der Bindehaut (Hyperämie 
          der Conjunctiva) und einem massiven Tränenfluss, verbunden mit 
          starkem Augenbrennen und einem krampfartigen Lidschluss (imperativer 
          Blepharospasmus). Diese Wirkungen treten schon bei minimsten Konzentrationen 
          auf (1 : 100'000). Die Schäden gehen weiter in Form von vorübergehenden 
          Hornhautverletzungen (Corneaerosionen) und Infiltrationen mit langdauernden 
          Regenbogenhautentzündungen (9). 
          Die schlimmsten Schäden manifestieren sich als schwerste, irreversible 
          Geschwürsbildungen und Durchlöcherung der Hornhaut (Ulcerationen 
          und Perforation der Cornea) und somit Verlust des Auges. Dies kann manchmal 
          noch nach Monaten oder Jahren nach Kontakt mit kleinen Mengen unverdünnter 
          Substanz eintreten (10). 
          Untersuchungen an nach Tränengasverletzungen entfernten Augen haben 
          diese schädlichen Wirkungen des Tränengases bewiesen (11). 
          Diese Schäden an der Hornhaut werden hervorgerufen durch den ausgesprochenen 
          toxischen Effekt der Tränengase auf die Nervenendigungen. 
           
          Bei der Frage nach der Abhängigkeit der Schwere der Verletzungen 
          von der Konzentration muss man auf Berichte über Tierversuche vorzugsweise 
          an Kaninchen zurückgreifen. Eine Entzündung der Hornhaut bei 
          der Anwendung von CN an Kaninchen tritt auf bei Konzentrationen von 
          bereits 2% bei einer Einwirkungszeit von 15 Minuten. Bei Konzentrationen 
          von 5-10% kommt es zu langdauernden Schädigungen. Beim CS kommt 
          es zur Hornhautentzündung bereits bei Konzentrationen von 1% bei 
          gleicher Einwirkungszeit (12/13). 
          Uebertragen auf die Situation beim Menschen bei Polizeieinsätzen 
          heisst das: Tränengassprays 
          enthalten z.B. eine CN-Lösung von ca. 1% (14). 
          Durch rasches Verdampfen des Lösungsmittels können aber höhere 
          Konzentrationen als 1% entstehen. Das menschliche Auge ist auf die CN-Wirkung 
          empfindlicher als das Kaninchenauge (7). 
          Schwere Hornhautschäden sind denn auch bei Anwendung von Tränengassprays, 
          die als harmlos gepriesen werden, beschrieben. Rose beschreibt 12 von 
          CN-Sprays getroffene Menschen, von denen 3 schlechtheilende Hornhautschäden 
          hatten (16). Viel gefährlicher 
          sind jedoch die explosiven Anwendungen in Patronen und Petarden, da 
          dort feste, unverdünnte Tränengaspartikel in Kontakt mit der 
          Hornhaut gelangen oder sogar durch durchlöchernde Verletzungen 
          ins Auge hineingeschossen werden können. Hoffmann beschreibt 45 
          Fälle, von denen 34 bleibende Corneatrübungen hatten (17). 
           
          In Zürich wurden 1980 Tränengassprays, Patronen und Aufschwemmungen 
          in Wasser aus Wasserwerfern eingesetzt. Von allen Anwendungsformen sind 
          schwere Augenschäden beschrieben: Langdauernde Hornhautentzündungen 
          bei Sprays, irreversible Hornhautnarben bei Aufschwemmungen und bis 
          zum Verlust des Auges bei Patronen. 
           
           
          Zusammenfassung: 
           
          Zwar sind die harmlosen Erscheinungen der Tränengase schon mit 
          äusserst geringen Konzentrationen zu erreichen, zugleich besteht 
          bei der Anwendung aber eine sehr schlechte Steuerbarkeit und Kontrolle 
          der Konzentration. So muss immer wieder mit stellenweise sehr hohen 
          Konzentrationen gerechnet werden, die zu sehr schweren Hornhautschäden 
          bis zum Verlust des Auges führen können. 
           
           
          Behandlung: 
           
          Sofortige Entfernung des Giftes ist wie bei allen Verätzungen das 
          wichtigste: Spülen mit reichlich Wasser mit gutem aber nicht allzuhartem 
          Strahl, da es sonst durch den Wasserstrahl selbst noch zu mechanischen 
          Schäden kommen könnte. Lider müssen unbedingt geöffnet 
          werden, notfalls mit relativer Gewalt, sonst nützt die Spülung 
          nichts. Wenn vorhanden, können Pufferlösungen wie z.B. Na-Bicarbonat 
          3-5% nach der ersten Grobspülung nur mit Wasser verwendet werden, 
          aber nicht lange danach suchen und Zeit verlieren, wichtig bleibt die 
          reichliche Spülung an sich, nicht die Flüssigkeit. Die weitere 
          Behandlung der leichten bis mittelstarken Verätzung ist der antibiotische 
          Salbenverband (Salbe ist als Medikamententräger am Auge für 
          solche Fälle viel günstiger als Tropfen), wobei mittelstarke 
          bis schwere Verätzungen hospitalisiert werden müssen und dort 
          noch weitere Massnahmen, auch chirurgische, durchgeführt werden 
          müssen. In einzelnen Fällen kann sogar - allerdings meist 
          als spätere Massnahme - nach dem akuten Stadium eine Hornhautverpflanzung 
          notwendig werden. 
        
       |